Von Aleppo nach Hamburg (27) – jung, männlich, zart

Frank ist ein leidenschaftlicher Koch, mit leuchtenden Augen berichtet er von seinem letzten Abendessen. Erst kommt Gehacktes in die Pfanne, dann Kartoffeln, Tomaten und viele verschiedene Gewürze. „Aber meine Küche ist so klein“, ärgert er sich ein bisschen. Wo er denn sein Fleisch kaufe, will ich wissen. „Auf dem Steindamm.“ Genauer gesagt geht er zum iranischen Supermarkt Persepolis an der Lohmühlenstraße. Der Mann an der  Fleischtheke sei allerdings Araber, kein Iraner, fährt er fort. „Und Kathrin, wenn Du dort Lamm kaufst und zeigen willst, dass Du Dich auskennst, dann musst Du fragen, ob das Fleisch männlich oder weiblich ist und jung.“ Das männliche sei besonders zart. Ich muss lachen und stelle mir das Gesicht des Verkäufers vor, wenn ich sage: „Einmal 500 Gramm männlich, jung und zart.“

Über Kathrin Erdmann

Was das soll… der Journalismus ist schnelllebig und manchmal ist in einem Hörfunkbeitrag noch längst nicht alles gesagt. In diesem Blog soll es um aktuelle Fragen der Bildungs- und Zuwanderungspolitik gehen. Er möchte Denkanstöße geben, Absurditäten aufzeigen und hoffentlich zur Diskussion anregen