Über diesen Blog

Der Journalismus ist schnelllebig und manchmal ist in einem Hörfunkbeitrag noch längst nicht alles gesagt. In diesem Blog soll es um aktuelle Fragen der Bildungs- und Zuwanderungspolitik gehen. Er möchte Denkanstöße geben und hoffentlich zur Diskussion anregen. Im Clin d’oeil soll geschmunzelt werden – dort haben kleine Alltagsgeschichten ihren Platz.

2 Gedanken zu „Über diesen Blog

  1. Liebe Kathrin Erdmann,

    wenn man in diesen Tagen in Japan ist, kann einem Deutschland und die deutsche Sprache schon mal fernrücken – denke ich mir. Aber ich möchte Sie doch auf eine Formulierung in dem Beitrag über die potenziellen Absichten des nordkoreanischen Diktators hinweisen. Da zitieren Sie einen japanischen Wissenschaftler, der die Sache so einschätzt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Krieges unwahrscheinlich sei. Unwahrscheinliche Wahrscheinlichkeit! Da stimmt etwas nicht.

    Es wäre auch einfacher und ganz richtig gegangen: Der Ausbruch eines Krieges sei, sagt der Japaner, unwahrscheinlich. Oder, wenn der Satz etwas verklausulierter sein soll, um den Sprachduktus des Japaners nachzubilden: Die Möglichkeit eines Krieges erscheint unwahrscheinlich. Aber auch diesem Satz haftet etwas überflüssig Verdrehtes an, selbst wenn er richtig sein sollte. Muss aber unbedingt die Wahrscheinlichkeit im Satz als Nomen auftauchen – aus welchen geheimen Gründen auch immer – hätte man sie ja als „extrem klein“ bezeichnen können. Dann hätte ich in meiner Küche in Bergedorf nicht vor Entsetzen die Gabel fallen lassen und mich nicht schon wieder fragen müssen, ob ich mal langsam eine Erstattung meiner Rundfunkgebühren verdient hätte.

    Übrigens, Ihre ortsfesten Wetterkollegen von NDR info sprechen inzwischen deutlich seltener von „warmen Temperaturen“, was mich freut. Ich hatte schon mal angeregt, dass für jeden solcher Schnitzer vom Verursacher 10 Euro in eine Kasse eingezahlt werden sollten, und der Jahresertrag sollte dann an mich und andere gequälte Hörer ausgeschüttet werden. Möglicherweise wird also bereits angespart und Sie wären dann diesmal auch mit 10 Euro dabei – auch wenn, wie soll ich es sagen, mir die Möglichkeit der Wahrscheinlichkeit einer Verwirklichung solcher Hörerentschädigung extrem unwahrscheinlich dünkt. Ich wünsche noch erträgliche und ertragreiche Festtage.

    MfG, Thomas Ricken

  2. Lieber Herr Ricken,

    erst einmal ein frohes Neues Jahr! Entschuldigen Sie meine späte Antwort, aber ich bin erst Freitag aus Tokio zurückgekommen und hatte von dort keinen Zugang zu meinem Blog. Ja, Sie haben natürlich Recht, die Formulierung bzw. die Übersetzung war ein bisschen verquer, ich will das gar nicht entschuldigen, ist einfach passiert und war wohl dem Zeitdruck geschuldet. Meine KollegInnen und ich bemühen uns sehr, denke ich, immer die richtige Sprache zu finden, aber manchmal passieren eben Fehler. Das kennen Sie ja vielleicht selbst.

    In diesem Sinne ein erfolgreiches 2018, in dem Ihnen hoffentlich selten die Gabel aus der Hand fallen muss.

    Herzliche Grüße,
    Kathrin Erdmann

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