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Hauptsache Gymnasium!

Erst wollten alle, dass Jugendliche hierzulande schneller Abitur machen, um auf dem internationalen Markt konkurrenzfähiger zu sein. Das Gymnasium, längst zum Mittelmaß geworden, wäre so gestärkt worden. Doch vor allem Eltern und Lobbyvereine stellten plötzlich fest: „Huch, mein Kind ist ja nur noch in der Schule und hat zu nichts mehr Zeit.“ In immer mehr Bundesländern machen Eltern gegen das so genannte Turbo-Abitur mobil. Als letztes hat die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt dem Druck nachgegeben und eine Rückkehr zu G9 angekündigt. In Hamburg frohlockt jetzt natürlich die Initiative zur Wiedereinführung von G9. Dabei gibt es in Hamburg längst ein Zwei-Säulen Modell aus Gymnasium und Stadtteilschule. An beiden Schultypen können Kinder das Abitur ablegen, entweder in acht oder in neun Jahren, doch das ist Menschen wie Mareile Kirsch, der Initiatoren der HH Volksinitiative unwichtig. Sie möchte, dass am Ende auf dem Abizeugnis ihres Kindes steht: Gymnasium. Nach dem Volksentscheid zur Primarschule (sechsjährige Grundschule) droht Hamburg im Sommer ein Déjà-Vu. Doch noch ist fraglich, ob sich der Schulsenator Ties Rabe auf ein solches Experiment einlässt. Schon häufiger hat er sich in der Vergangenheit in solchen Situationen dem Wunsch von Eltern gebeugt.

Mir erscheint es fraglich, ob es positiv für die deutsche Bildungslandschaft ist, wenn Eltern letztlich einen derartigen Einfluss nehmen können wie wir es in den vergangenen Jahren gesehen haben.