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Von Aleppo nach Hamburg (28) – ein bezahltes Praktikum

Viele Zu- und Einwanderer wollen so schnell wie möglich arbeiten, doch oft ist das einfacher als gedacht, das zeigt der Fall von Frank mir immer wieder. In Syrien hat er als Pharmavertreter gearbeitet, war gut bezahlt und führte ein angenehmes Leben. „Ich hatte alles, was ich brauchte“, erinnert sich Frank oft. Doch hier hat er gehört, sei Vertreter gar nicht so ein angesehener Beruf und deshalb will Frank lieber wieder in einer Apotheke arbeiten, doch er ist lange raus aus dem Job. Und noch dazu will ihm die Mitarbeiterin vom Arbeitsamt erst einmal kein Praktikum erlauben, ihm fehlten die Sprachkenntnisse, habe sie gesagt. Dennoch hat er Glück, er kann dennoch einige Zeit in einer Apotheke reinschnuppern, eine Apothekerin meint es offenbar gut mit ihm.

Derweil lernt er weiter fleißig Deutsch, aber er bräuchte einen speziellen Sprachkurs, doch den gebe es nur für Mediziner nicht für Apotheker. Und noch dazu sei es sehr schwer für ihn, klagt er mir sein Leid. Dennoch gibt es nach Monaten endlich einen Lichtblick. Diesen Sommer wird er ein weiteres, offizielles und bezahltes Praktikum in einer Apotheke machen können. Finanziell wird ihn das kaum weiterbringen, denn das Einkommen wird voll auf seine staatlichen Leistungen angerechnet. Dennoch: Frank wird wieder in den Job kommen, den ganzen Tag Deutsch sprechen und sich wieder mit der Materie vertraut machen können. Frank hat Angst, dass er das nicht schafft, denn er hat zehn Jahre in keiner Apotheke gearbeitet. Bis er als Apotheker arbeiten kann, wird es jedoch dauern, denn dazu braucht er die Approbation.