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Von Aleppo nach Hamburg (29) – neue Wohnung und endlich heiraten

Was Frank neben seinem beruflichen Fortkommen beschäftigt, ist seine persönliche Situation. Schon seit längerem hat er zwar eine eigene Wohnung, aber die besteht nur aus einem Zimmer mit Küche, Bad und einem kleinen Winterbalkon. Und sie liegt nicht im Stadtzentrum. „Ein Freund von mir hat jetzt direkt am Fischmarkt eine ganz tolle Zwei-Zimmer-Wohnung gefunden, so etwas will ich auch“. Ob die nicht ganz schön teuer sei, will ich wissen. Nein, nur 500 Euro, und das bezahle der Staat auch, sagt Frank. Ob er sich nicht lieber erst einmal um den Job kümmern wolle, will ich wissen. „Ja auch, aber ich will auch unbedingt heiraten und Kinder bekommen.“ Immer wieder erzählt er davon, doch offenbar gelingt es ihm nicht, die richtige Frau zu finden. Eine Verlobung mit einer Syrerin hatte er gleich wieder gelöst, sie passte ihm dann doch nicht, obwohl er sie gar nicht kannte. War sie ihm vielleicht mit 18 Jahren doch zu jung? Er rückt nicht richtig raus mit der Sprache, auf jeden Fall brauche er schon mal eine größere Wohnung für das geplante Kind.

Ich merke, dass ich diese Art des Denkens schwer nachvollziehen kann und auch die Tatsache, dass ihm eine Frau hier offenbar nur Mittel zum Zweck sein soll. Ob sich das mit der Zeit in Deutschland ändert? Oder ist das auch eine Art der Toleranz, es einfach so zu akzeptieren, wie er es aus seiner Heimat, seiner Familie kennt? Schließlich ist es sein Leben. Aber ich komme nicht umhin, auch an die potentielle Kandidatin zu denken.

Von wegen Armutszuwanderung – zumindest Hamburg profitiert

Immer noch geistert der Begriff der „Armutszuwanderung“ durch die Medien – zuletzt vor allem wieder deshalb, weil der Bund die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit einschränken will. Das geplante Gesetz richtet sich unter anderem gegen Bulgaren und Rumänen, denen Sozialmissbrauch vorgeworfen wird. Dabei sieht die Wirklichkeit zumindest für die Bulgaren ganz anders aus. Das zeigt eine Untersuchung aus Hamburg, über die für NDR Info berichtet habe. Danach bemühen sich Bulgaren geradezu vorbildlich um Integration: