Only in Japan (3) – Toooookiooooooooooo

Eines gleich vorweg: Hacken zusammen schlagen, Arme anlegen und tief nach vorn beugen beherrsche ich inzwischen ohne nachzudenken, sogar dabei rückwärts mit den Füßen zu rutschen stellt kein Problem mehr da…..sagt jedenfalls die Producerin, und die muss es als Japanerin ja wissen.

Da dieses Mal für eine der Reportagen eine Reise in den Norden nötig war, konnte ich erstmals mit dem Shinkansen fahren. Auf dem Bahnhof warten kurz vor dem Start  alle Fahrgäste ordentlich hintereinander in zwei Schlangen – im Zug werden derweil per Knopfdruck alle Sitze in Fahrtrichtung gedreht. Dann die Überraschung: Der Shinkansen, dieser japanische Supersupersuperschnellzug hat doch tatsächlich Verspätung:

Die Anzeigetafel beweist es, der Shinkansen ist zu spät
Aus zwei werden letztlich fünf Minuten, ich fühle mich plötzlich so heimisch 🙂

Kaum im Zug steht auch schon eine freundliche Hostess in Rock mit Rollwagen und serviert mir (natürlich gegen Entgelt) dieses farbenfrohe Gericht.

Lotusblume und alles vom Fisch
Lotusblume und Fisch in allen Konsistenzen und Formen

Im Hotel angekommen,  die nächste schöne Überraschung. Selbst in einem japanischen Mittelklassehotel warten Zahnbürste, Zahnpasta, antialkoholische Freigetränke, Nachthemd und Haarbürste auf den Gast:

Nachthemd und Haarbürste zum Mitnehmen

Wir sind danach auf einer Baustelle, und selbst im Container gilt: Ordnung muss sein.

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Wieder zurück in Tokio, entdecke ich den idealen Partner für mich. Papier: Immer am Mann!

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Und wenn der gerade verhindert ist und die Erde bebt, weiß ich jetzt auch, wie ich mir eine eigene Toilette bauen kann!

immer schön den Karton vom Kopierpapier aufheben
wozu der Karton vom Kopierpapier nützlich sein kann

Immer wieder ein Erlebnis: U-Bahn fahren in Tokio

Einfach mal die Wand zum Schlafen angucken
Der schläft, ich hab’s genau gesehen. Wenn auch nicht so offensichtlich wie diese beiden hier:

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Gucken diese Bären freundlich? Dieses Schild kehrt bei einer Wanderung auf den Takao-San gefühlt alle 10 Meter auf – nicht gerade beruhigend, wo dieses Jahr bereits mindestens vier Menschen von Bären angegriffen und vermutlich aufgefressen wurden (im Bauch eines Tieres fand man menschliche Überreste).

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Fast jeder vierte Japaner ist mittlerweile über 65 Jahre alt, in einer Region stellen die Rentner sogar die Mehrheit. Eine Trendwende ist nicht abzusehen, denn die Geburtenrate bleibt niedrig. Offenbar passt ein Haustier besser als ein Kind in den Großstadtalltag. Impressionen aus dem Stadtteil Daikanyama.

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Am „Hund“ anleinen, im Garten aufgeben (während man Café trinkt) und dann im Hundewagen nach Hause schaukeln!

Wichtiger als Kinder zu bekommen, scheint für Frauen zu sein…

Immer Achselschweiß kontrollieren!

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Und dann noch die Perlenkette um den Hals, und fertig ist die Businessfrau!

Es lebe der Konformismus!
Es lebe der Konformismus!

Weitaus mehr Spaß macht da doch der Blick in die japanische Küche  – zumindest dann….

die Mangos nicht 26 Euro kosten
wenn man auch mal verzichten kann. Diese Mangos kosten umgerechnet 26 Euro.

Da lobe ich mir doch  diese getrockneten Tintenfischknorpel…günstig und man wirklich lange etwas davon!

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Oder dieses schwarze Toastbrot. Drei Scheiben für 2 Euro und „DETOX, DETOX“, wie die Verkäuferin mit leuchtenden Augen unterstreicht:

Holzkohleofentoast

kalorienarm naschen
kalorienarm naschen mit Gurken am Stiel

 

Wenn’s im Restaurant schnell gehen muss: Oben gedrückt, unten Suppe

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Wenn man die japanischen Schriftzeichen nicht lesen kann, muss man manches Mal auf Glück bauen….geht leider auch mal daneben. Ich meinte, hier das Wort Milch erkannt zu haben….

leider eine Art Limo
leider eine Art Limo

Auch hier dachte ich eher an einen erfrischenden Eistee…

ist aber Gerstensaft und schmeckt wie Whisky auf Eis
ist aber Gerstensaft

Schön war auch der Besuch mit einer Freundin im Restaurant -sie fragt: „Kathrin, magst Du irgend etwas nicht?“. Ich überlege kurz und antworte „Hals“ und denke, damit sind alle anderen unmöglichen Dinge vom Tisch. Als die Grillspieße serviert werden, sagt sie: „So, das ist Herz, Leber und dann kommt noch Gehirn.“ Aber authentisch war’s – und lustig!

Und hier noch ein paar wirkliche Tipps: Ein echtes Highlight in Naka-Meguro. Sitzen an Tischen aus Bierkästen und dazu hauchzarter Thunfisch, den man mit einer Muschel abschabt.

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Der unschlagbar gute Masseur in Musashi Koyama – wie sich später herausstellte, offenbar ehemals chinesischer Weltmeister im Gewichtheben.

IMG_1218Sehr lustig fand ich die Tänzer im Yoyogi-Park

Und natürlich als Radio-Freak dieses transparente Studio in Shibuya:

Radio transparent

und zum Schluss noch dieses: IMG_1219

Südfrucht, Südländer…..alles eine Sauce…..da hätte ich der Lufthansa doch mehr zugetraut!

So, und wer jetzt noch den lustigsten Beitrag hören will über „Konkatsu“ – die Jagd nach dem Ehepartner, hier allerdings suchen Papa und Mama im Rentenalter für ihre Singlekinder, den Mann oder die Frau für’s Leben – voilà:

(gesendet u.a. bei NDR Info und SWR1)

kurios auch: Japan hat nach fast 70 Jahren das Tanzverbot nach Mitternacht abgeschafft – jedenfalls ein bisschen

http://www.deutschlandradiokultur.de/nachtleben-japan-hebt-ein-fast-70-jaehriges-tanzverbot-auf.2165.de.html?dram:article_id=358009

und damit ein fröhlicher Gruß aus Japan, wo es immer etwas zu lachen gibt, obwohl so viel verboten ist:

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Über Kathrin Erdmann

Was das soll… der Journalismus ist schnelllebig und manchmal ist in einem Hörfunkbeitrag noch längst nicht alles gesagt. In diesem Blog soll es um aktuelle Fragen der Bildungs- und Zuwanderungspolitik gehen. Er möchte Denkanstöße geben, Absurditäten aufzeigen und hoffentlich zur Diskussion anregen