Archiv der Kategorie: Achtung Bildung!

Inklusion, einheitliches Abitur, Lehrerfortbildung, Ausbau der Ganztagsbetreuung: Das sind nur vier der Herausforderungen von Schule heute. Hier sollen einige dieser Themen abgebildet werden.

10 Jahre Rechtschreibreform – viel Lärm um 0,5 Prozent

Vor 10 Jahren ging ein Riss durch Deutschland – eigentlich sollte die ganze Rechtschreibreform damals greifen, aber es gab heftige Gegenwehr, von Verlagen, Schriftstellern und auch zwei Bundesländern. Doch warum eigentlich die ganze Aufregung, schließlich wurden doch nur 0,5% des Wortschatzes geändert und vieles ist heute einfacher als früher.
Ein Rück- und Ausblick:

gesendet auf NDR Info

und hier auch zum Nachlesen

Mehr Vielfalt – der dritte Diversity Tag

Eine bessere Werbung für den Diversity Tag als der Abgang der beiden Deutsche Bank Chefs Fitschen und Jain am vergangenen Wochenende hätte es wohl kaum geben können. In den Fernsehbildern der Bank tauchte riesig groß das Logo der Charta der Vielfalt auf – bereits in Vorausschau auf den heutigen Diversity Tag. Wer die Charta unterzeichnet hat, unterstützt Vielfalt in der Unternehmenskultur.
Auch an den Fachhochschulen, die traditionell eine heterogenere Zusammensetzung als die Unis haben, ist das Thema Vielfalt ein Thema – zum Beispiel an der FH Kiel. Dort versucht man mehr zu tun, als sich um barrierefreie Zugänge zu kümmern.

gesendet auf Beitrag zum Nachlesen und mehr….

Interview mit einer Diversity-Forscherin

Und so beschäftigen sich andere mit dem Thema:

Frauenquote allein reicht nicht: Manager Magazin

Die Telekom sieht das freilich anders

Seminare können helfen – wie an der Uni Rostock

Potenziale nicht nur erkennen, sondern auch Abschlüsse anerkennen lassen

Kopftuchurteil – so urteilen die Medien

Das gestrige Urteil zum Kopftuch an staatlichen Schulen hat erwartungsgemäß alle Kommentatoren auf den Plan gerufen – der NDR hat es gleich doppelt bewertet – einmal aus juristischer Sicht und eher aus praktischer Sicht für das Bundesland Niedersachsen.
Für NDS kommt das Urteil eigentlich genau zur richtigen Zeit, ist doch das Kopftuch Hauptstreitpunkt bei den laufenden Verhandlungen über einen Staatsvertrag. Hier hieß es lange, das Land wolle den Muslimen entgegenkommen, doch eine Einigung ließ bisher auf sich warten, eigentlich sollte der Vertrag nämlich schon Anfang des Jahres eingetütet gewesen sein. Das Urteil nimmt der hadernden Regierung nun sozusagen eine Entscheidung ab – einfacher geht es kaum. Ob sich dadurch tatsächlich mehr Frauen – wie von den muslimischen Verbänden gern als Argument ins Feld geführt – für ein Lehramtsstudium entscheiden, bleibt dahingestellt, denn bisher bedecken sich laut einer Studie ohnehin „nur“ ein Drittel der Muslimas. Für diese Frauen wird es in Niedersachsen künftig auch leichter, den Beamtenstatus zu erhalten. Dieser blieb ihnen, dadurch dass sie nur Religion unterrichteten, bisher verwehrt.

Die Zeit sieht den Beschluss des BVG nicht nur als wegweisend zu mehr Gleichberechtigung an, sondern auch als wichtiges Signal für die nachfolgenden Generationen. Frauen mit Kopftuch im Unterricht können eine Vorbildfunktion haben, so der Tenor des Kommentars.

Ganz nach Christian Wulff kommentiert die Berliner Zeitung – auch das Kopftuch gehöre zu Deutschland. Der Tagesspiegel verweist auf den Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich, wo die Laizität eine lange Tradition hat. Bei uns hingegen gehe es „ums Durchwurschteln“, denn genau das sei Integration.

Einen Analyse des Urteils mit weiteren, umfangreichen Informationen liefert das ZDF – der Autor unterstreicht, dass das Kopftuch jetzt zwar erlaubt sei, aber damit nicht missioniert werden darf. Hilfreich ist dazu auch der Hinweis auf den Koran, der das Tragen eines Kopftuches nicht ausdrücklich vorschreibt.

Der Kommentar bei Tagesschau.de bezieht sich auf die Praxis und wägt Chancen und Grenzen des Urteils ab. Besonders schön ist der Hinweis auf „Nathan der Weise“ und die daran enthaltende Ringparabel.

Verwirrt auf der Didacta

Derzeit läuft in Hannover die größte Bildungsmesse Europas, in mehreren Messehallen präsentieren Verlage, Unternehmen, Auslandsschulen und viele mehr ihr reichhaltiges Angebot. Ein großes Werbebanner machte mich besonders neugierig – ein Wörterbuch für heterogene Lerngruppen wurde dort versprochen.
Ich möchte mir das Buch anschauen und frage am Stand nach. Ich werde an eine Mitarbeiterin verwiesen, die mich verdutzt anschaut. „Wo haben Sie das denn gelesen?“, will sie wissen. Ich zeige ihr das Plakat an ihrem eigenen Stand. Nein, sie sei nicht die richtige Ansprechpartnerin, aber der Kollege dort wisse weiter. Nein, weiß er nicht. Ein anderer Kollege soll helfen. Er zeigt mir das Wörterbuch, aber welchen Unterschied es gibt?! Weiß er jetzt gerade nicht, und: „Woher haben Sie eigentlich die Info?“. Ich zeige also dem zweiten Mitarbeiter die Werbung am eigenen Stand.

Die Werbung

Auf meiner Stirn bilden sich Falten, auf seiner Schweißperlen. „Also, ja, ich komme gleich wieder“ und verschwindet für fünf Minuten. Er kommt wieder, das Buch in der Hand. „Sind Sie die Journalistin?, fragt er mich. „Hä, wir haben doch gerade miteinander gesprochen“, erinnere ich ihn. „Ja, also das Buch ist erstmal von der Haptik anders.“ Ich: „Aha“ Er: „Ja, (Pause, blätter…), und dann gibt es auch keine Abkürzungen und komplizierte Wörter sind einfach erklärt, und am Rand ist immer die Alphabet.“ Das leuchtet mir ein, aber leider habe ich schon die nächste verhängnisvolle Frage im Kopf.

„Was kostet das Buch?“ „Fünf Euro“, schießt es aus ihm heraus. Aber nur auf der Messe. „Und sonst?“ Er wird wieder nervös. „Da muss ich fragen.“ Doch die Kassiererin am Stand kennt den Preis leider auch nicht, der steht im Katalog. Doch wo war jetzt nochmal der Katalog? Er hat eine viel bessere Idee, einfach den Code einspannen via Handy….offensichtlich sein erstes Mal, der Code will einfach nicht ins Telefon. „Können Sie mal halten?“ Klar kann ich, es geht aber trotzdem nicht. Also doch im Katalog gucken…..er verschwindet wieder, kommt zurück, seufzt und sagt „12 Euro“.

Hilfe, mein Schüler will Salafist werden – Lehrerfortbildung in Hamburg

Gestern Minirock, heute Burka.Wenn Lehrkräfte bei einer Schülerin so etwas sehen, schrillen gerade in diesen Wochen und Monaten bei einigen die Alarmglocken. Wurde sie von Mitschülern, möglicherweise radikalen Salafisten dazu gezwungen? Oder ist der Wandlungsprozess nur Ausdruck der Selbstfindung mitten in der Pubertät?
Die Verunsicherung bei Lehrkräften gerade nach den Anschlägen auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo ist offenbar groß. Denn die Seminare am Hamburger Institut für Lehrerfortbildung zu diesem Thema sind seit kurzem immer ausgebucht. Das muss nicht heißen, dass alle Probleme haben, aber die Lehrkräfte wollen auch für den eventuellen Fall gewappnet sein. Ich war für NDR Info bei einem Seminar dabei: